Umweltschonende Verpackungen auf einen Blick

  • Rohstoffe: nachwachsend, recycelt und/oder recycelbar
  • Verpackungseigenschaften: wiederverwendbar, recyclingfähig, biologisch abbaubar/kompostierbar
  • Hersteller: Etablierte Unternehmen und Start-ups mit innovativen Verpackungsmaterialien
  • Kennzeichnung: Logo und/oder Siegel (offizielle), Aufkleber und/oder Bedruckung (vorgeschriebene oder individuelle eigene)

Was sind umweltfreundliche Verpackungen?

Umweltfreundliche Verpackungen sind ressourcenschonend, nachhaltig und umweltverträglich. Sie werden verwendet zum Schutz von Waren bei Lagerung, Transport und Versand. Sie können aus nachwachsenden Rohstoffen oder Rezyklaten bestehen und hinterlassen, im Vergleich zu konventionellen Verpackungen, einen geringen CO2-Fußabdruck. Umweltfreundliche Verpackungslösungen können mehrfach verwendbar, recycelbar, kompostierbar oder biologisch abbaubar sein.

Wo findet man fundierte Infos über umweltfreundlichen Verpackungen?

Der Markt für umweltfreundliche Verpackungsmaterialien wächst kontinuierlich. Start-ups wie auch etablierte Unternehmen feilen an nachhaltigen Verpackungen für die verschiedensten Branchen und Produkte. Allerdings gibt es noch keine etablierte Plattform, die Hersteller von Verpackungen, Produzenten und Händler zusammenbringt bzw. fundierte und neutrale Informationen für Verbraucher bietet. Aus diesem Grund haben wir verpacknachhaltig.de ins Leben gerufen. Wir bieten gut recherchierte Informationen und ein kontinuierlich wachsendes Herstellerverzeichnis. So möchten wir einen Beitrag zu mehr Klimaschutz leisten.

Wenn Sie Hersteller von innovativen und umweltfreundlichen Verpackungen sind, kontaktieren Sie uns gerne. Sollten Sie mit entsprechenden Zertifikaten nachweisen können, dass Ihre Lösung umweltfreundlich ist, nehmen wir Sie gerne hier auf.

Wonach wird die Umweltfreundlichkeit von Verpackungen beurteilt?

Es gibt eine enorme Vielfalt an Verpackungen aus unterschiedlichsten Rohstoffen. Bei der Beurteilung, ob eine Verpackung umweltfreundlich ist, darf man nicht nur das Ausgangsmaterial in den Blick nehmen, sondern muss auch weitere Faktoren berücksichtigen, z. B.

  • eingesetzter Rohstoff (nachwachsend, fossil, Rezyklate)
  • Energie für die Herstellung der Verpackung (Strom, Wasser, chemische Stoffe etc.)
  • Wiederverwendbarkeit / Produktlebenszyklus (mehrfache Verwendung, Pfand- und Mehrwegsysteme)
  • Entsorgung (etablierte Sammelsysteme, Kompostierbarkeit)
  • Recyclingfähigkeit (Wiederverwendbarkeit des rückgewonnenen Rohstoffs)

Welche Verpackung ist am umweltfreundlichsten?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Sie hängt nicht nur von den zuvor genannten Kriterien ab, sondern auch von vorhandenen Rahmenbedingungen, z. B. ob die Verpackungen vom Adressaten tatsächlich wiederverwendet werden, ob es etablierte Sammel- und Sortiersystemen gibt etc.

In Ländern, die keine geregelten Müll- bzw. Wertstoffsammlungen haben, können kompostierbare Verpackungen so lange eine Alternative zu nicht wiederverwendbaren, die Umwelt bei unsachgemäßer Entsorgung belastenden Verpackungen sein, bis die benötigten Systeme aufgebaut sind. Existieren hingegen funktionierende Sortier- und Sammelsysteme, ist eine Kreislaufwirtschaft attraktiver. Hierbei werden Rohstoffe möglichst häufig wiederverwendet und so der Ressourcenverbrauch minimiert.

Welche umweltfreundlichen Verpackungen gibt es bereits?

Ökologisch verträgliche Versand- und Transportverpackungen sind z. B. Mehrwegsysteme, wie Paletten und Getränkekisten, aber auch gut recycelbare Verpackungsmittel wie Stretchfolien und Verpackungsmittel aus alternativen Rohstoffen, z. B. Paketband aus Papier oder recyceltem Kunststoff. Verpackungen, die beim Endverbraucher landen, sind besonders umweltfreundlich, wenn sie sich gut in einzelne Bestandteile trennen und entsorgen lassen oder kompostierbar sind. Hier stellen wir Ihnen nachhaltige Verpackungen aus verschiedenen Rohstoffen vor. Da kontinuierlich neue Verpackungsmaterialien auf den Markt kommen, aktualisieren und ergänzen wir diese Seite regelmäßig.

Verpackungen und Flaschen aus rPET<br>
  • leicht
  • stabil
  • vielfältig einsetzbar
  • rPET-Flaschen sind unbegrenzt recyclingfähig
  • wasserfest
  • beständig gegen Fett und Alkohol
  • lebensmittelgeeignet
  • höherpreisig
  • manche rPET-Produkte sind nicht weiter recyclingfähig
  • aus Recyclinganlagen kann Mikroplastik in die Umwelt gelangen

rPET bezeichnet recyceltes PET (Polyethylenterephthalat). Dieses wird vorzugsweise aus gebrauchten PET-Getränkeflaschen gewonnen, die in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die Flaschen werden gereinigt, eingeschmolzen und der Kunststoff anschließend regranuliert. Das gewonnene Rezyklat kann für die Herstellung neuer Getränkeflaschen, Lebensmittel-Verpackungen, Kosmetikverpackungen, Bekleidung etc. verwendet werden.

Geschirr und Kosmetikverpackungen aus Bambus
  • schnell nachwachsender Rohstoff
  • gesundheitlich unbedenklich (reine Bambusprodukte)
  • kein Einsatz von Düngemitteln oder Pestiziden notwendig
  • stabil und robust
  • säure- und fettbeständig
  • feuchtigkeitsbeständig
  • tiefkühl- und mikrowellengeeignet
  • lange Transportwege aus Asien, Afrika oder Indien
  • nicht recyclingfähig
  • biologisch abbaubar sind nur Produkte aus 100 % Bambus
  • Freisetzen kritischer Stoffe aus Getränkebechern bei hohen Temperaturen über 70° C oder Kontakt mit säurehaltigen Getränken

Bambus ist eine extrem schnell wachsende Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser, die in tropischen und subtropischen Regionen angebaut wird. Bestimmte Sorten werden von der Industrie als Ersatz für den Rohstoff Holz verwendet. Bambus ist sehr resistent und benötigt keine schädlichen Pestizide, Düngemittel oder künstliche Bewässerung. Nach dem Schlagen treiben die Pflanzen schnell erneut aus. Das ausgeprägte Wurzelsystem verringert die Gefahr von Bodenerosion. Bambus nimmt mehr C02 auf als Bäume.

Nachhaltige Lebensmittel-Verpackungen & Einweg-<br>geschirr aus Bagasse
  • schnell nachwachsender Rohstoff
  • gesundheitlich unbedenklich
  • stabil, leicht
  • für flüssige und fettige Speisen verwendbar
  • kälte- und hitzebeständig, mikrowellenfest
  • hochwertige Optik, bedruckbar
  • nach DIN 13432 industriell kompostierbar
  • umweltverträglichere Lösung als Kunststoffverpackungen für Regionen ohne Sammelsysteme
  • Lange Rohstoff-Transportwege nach Europa
  • Verwendung von Pestiziden und Düngemitteln beim Zuckerrohranbau
  • Anbau in Monokulturen
  • Lt. VerpackG keine Entsorgung über Biotonne möglich
  • Meist thermische Verwertung statt Kompostierung
  • Bagasse wird üblicherweise zur Energiegewinnung in Zuckerfabriken verwendet und fehlt somit als Energieträger weiterhin auch im Agrarbereich als Dünger oder Futtermittel
  • kann kritische PFAS enthalten
  • kann mit PLA beschichtet sein
  • Recycling nicht möglich

Bagasse bezeichnet die faserigen Überreste, die nach dem Prozess der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr oder Zuckerhirse übrigbleiben. Bagasse besteht aus Cellulose, Hemicellulose und Lignin. Von der Verpackungsindustrie wird Bagasse überwiegend zur Herstellung von Verpackungsschalen, Einmalgeschirr und Take Away Verpackungen verwendet.

Verpackungen aus holzbasiertem Papier und Karton
  • leicht
  • bedruckbar
  • mehrfach recycelbar
  • biologisch abbaubar
  • viele Rohstoffalternativen zu Holz, z. B. Gras, Bambus, Zuckerrohr
  • kompostierbar
  • kostengünstig
  • nicht hitzebeständig
  • nicht unbegrenzt recycelfähig
  • bildet keine Barriere gegen Feuchtigkeit, Fett und Sauerstoff
  • bei Lebensmittelkontakt nur Frischfasern oder beschichtetes Recyclingpapier erlaubt
  • energieintensive Herstellung

Kartonagen bestehen aus Holzschliff, Zellstoff und Altpapier – und das zu unterschiedlichen Anteilen. Hochwertige Kartonagen weisen dabei den geringsten Holzschliff-Anteil auf. Sie eigenen sich für Bedruckungen und werden meist für Verkaufsverpackungen verwendet. Besonders stabil sind Kartons aus mehreren miteinander verklebten Schichten aus Wellpappe. Mehr zu Kartonverpackungen und Papierverpackungen.

Plastiktüten & Lebensmittelverpackungen aus PLA (Polymilchsäure)
  • leicht, transparent, lebensmittelecht
  • hohe Beständigkeit gegen Alkohol, Fett, Öl
  • wasserdampfdurchlässig
  • bedruckbar
  • nicht hitzebeständig
  • fehlende Sortierpfade für Recycling
  • nur industrielle Kompostierung nach DIN EN 13432
  • wird meist thermisch verwertet (verbrannt)
  • nicht UV-beständig

PLA ist die Abkürzung für Polylactide. Als Synonym wird der Begriff Polymilchsäure verwendet. Bei PLA handelt sich um synthetische Polymere. Diese werden mittels Fermentation in modernen verfahrenstechnischen Prozessen aus stärkehaltigen Pflanzen gewonnen. Als Basis dienen z. B. Zuckerrohr oder Mais. Man unterscheidet Poly-D-Lactid (PDLA) und Poly-L-Lactid (PLLA). Sie sind unterschiedlich transparent und haben unterschiedliche thermische und mechanische Verarbeitungseigenschaften.

Welche neuesten Entwicklungen gibt es im Bereich umweltfreundlicher Verpackungen?

Zahlreiche Start-ups entwickeln überraschende Lösungen im Spannungsfeld Umwelt – Verpackung. Da der Markt für nachhaltige Verpackungsmaterialien enorm in Bewegung ist, sind die nachfolgenden Beispiele nur eine kleine Auswahl der neuesten Trends: Ein innovatives Start-up hat PHA-(Polyhydroxyalkanoate)-Biokunststoffe aus organischen Abfällen hergestellt, die sich vollständig im Boden oder Meer abbauen. Ein anderes Unternehmen hat eine Beschichtung aus Algen für Einwegverpackungen aus Karton für Take-away-Gerichte zur Marktreife gebracht. Das Verpackungsmaterial ist nach Verwendung vollständig biologisch abbaubar.

Welche Verpackung ist am umweltfreundlichsten?

In jedem Fall gilt: Je weniger Verpackungsmaterial, desto besser. Eine einfache Verpackung, die nur aus einem Material oder wenigen, einfach zu trennenden Stoffen besteht, ist Verbundmaterialien, die schwer getrennt werden können, vorzuziehen. Umweltschonende Verpackungen aus schnell nachwachsenden und regionalen Ressourcen sind ebenso zu empfehlen wie leichte Materialien und bestmöglich an die Ware angepasste Verpackungen, die Gewicht, Platz und somit auch Geld sparen.

Sind umweltfreundliche Verpackungen nur ein Trend?

Der Bedarf an umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien wird in den nächsten Jahren stark steigen. Immer mehr Verbraucher wissen, dass Ressourcen nur begrenzt vorhanden sind und Verpackungsabfälle eine Bedrohung für die Umwelt darstellen. Beispiele hierfür sind nicht nur weit entfernt schwimmende Inseln von Müll und Mikroplastik im Meer, sondern auch der zunehmende Mikroplastikeintrag in die unmittelbare Umwelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass laut Statista 73% der Befragten in Deutschland angaben, dass sie Wert auf nachhaltige Verpackungen legen. Nachhaltiges Verpackungsmaterial ist also kein Trend, sondern eine Notwendigkeit.

Warum setzen mehr Unternehmen auf umweltfreundlichere Verpackungen?

Umweltfreundliche, nachhaltige Verpackungen schonen Ressourcen, setzen auf minimalen Materialverbrauch und nutzen eingesetzte Rohstoffe optimal aus. Der Wunsch von Verbrauchern nach nachhaltigeren Verpackungen fordert Unternehmen und Verpackungshersteller dazu auf, innovative Lösungen zu entwickeln. Wer den Anforderungen nicht mit glaubhaften Nachhaltigkeitsbemühungen bzw. Nachhaltigkeitszertifikaten begegnet, läuft Gefahr, vom Kunden boykottiert zu werden. Das gilt nicht nur für Endkunden, sondern auch im B2B-Bereich.

Strengere Gesetzgebung

Auch die Politik ist aktiv und erlässt Gesetze, um die Auswirkungen von herkömmlichen Verpackungen und Verpackungsmüll auf die Umwelt zu reduzieren. Die im Verpackungsgesetz (VerpackG) festgelegten Maßnahmen sind vielfältig. Hier einige Beispiele:

  • Inverkehrbringer von Endverbraucher-Verpackungen werden zur Wiederverwertung, Entsorgung oder Entrichtung entsprechender Lizenzgebühren verpflichtet.
  • Festgelegte Recyclingquoten, die konsequent weiter erhöht werden, für Verpackungen aus Glas, Aluminium, FE-Metall, Papier, Pappe, Karton, Getränkekartonverpackungen, Verbunde und Kunststoffe.
  • Mindestrezyklatanteil von 25% bei PET-Einweggetränkeflaschen ab dem Jahr 2025.
  • Seit 01.01.2023: Mehrwegalternativen für Essen und Getränke zum Sofortverzehr für Verbraucher für Unternehmen mit mehr als 5 Mitarbeitenden und einer Verkaufsfläche von mehr als 80 qm.

Endverbraucher verlangen umweltfreundlichere Verpackungen

Im März 2021 waren laut Statista 55% der Befragten in Deutschland der Ansicht, dass nachhaltige Verpackungen biologisch abbaubar sein sollten. Das kann einerseits als Signal für die Entwicklung optimal kompostierbarer Verpackungen gewertet werden, aber auch als Hinweis, dass in Sachen recycelbarer Verpackungen und Kreislaufwirtschaft noch Informations- und Aufklärungsbedarf besteht.

Bei der Frage, ob kompostierbare oder recycelbare Verpackungen umweltfreundlicher sind, gilt es eine Abwägung zu treffen: Kompostierbare Verpackungen verbrauchen Rohstoffe, recycelbare Verpackungen gebrauchen Rohstoffe. Allerdings erfordern letztere Sammel- und Sortiersysteme. Liegen diese nicht vor, z. B. in Ländern, die Müll einfach auf Deponien entsorgen, sind kompostierbare Lösungen erstmal die bessere Wahl.

Image und Ressourcensicherung für Unternehmen

Auch im Bereich der Industrie und Logistik geht der Trend schon seit längerem zu nachhaltigeren Verpackungen. Die Gründe sind vielfältig: nachhaltiges Image, Schonung endlicher Ressourcen, mehr Unabhängigkeit von kritischen Rohstoffmärkten etc. Hier etablieren sich verschiedenste nachhaltige Verpackungslösungen.

Eine Verpackungssituation, die alle Unternehmen betrifft, ist die Ladungssicherung: Hier werden zumeist Stretchfolien zur Palettensicherung eingesetzt. Als Alternative zu den erdölbasierten PE-Folien werden zunehmend Stretchfolien aus biobasiertem Polyethylen, z. B. aus Tallöl, Speisefett oder Zuckerrohr, oder mit einem hohen Anteil an Rezyklaten angeboten. Umweltschonung passiert hier auf mehreren Ebenen: biobasiertes Polyethylen schont Erdölreserven. Innovationen, wie verstärkte Kanten, sparen Material. Gesammelte, gereinigte und rezyklierte Folien können für die Herstellung neuer Stretchfolien verwendet werden.

Wie kann man feststellen, ob eine Verpackung umweltschonend ist?

  • Siegel und Zertifizierungen
    Ein wichtiger Hinweis auf ökologischen Verpackungen sind offizielle Siegel und Zertifizierungen.
    Dazu zählen beispielsweise
    • die PEFC™- und FSC®-Siegel (Forest Stewardship Council®-Label) für Holz und Papierprodukte,
    • der Blaue Engel für Papier, Versandmaterialien und Kunststoffe (und viele weitere Produkte),
    • Kennzeichnungen für Mehrweg-Getränkeverpackungen und bepfandete Einweg-Getränkeverpackungen.
  • Kennzeichnung von Recyclingfähigkeit
    Der Kreis aus drei Pfeilen zeigt die allgemeine Recyclingfähigkeit an, während die Zahl im Inneren des Kreises Auskunft über das Verpackungsmaterial gibt. Verpackungen, die sich nachgewiesenermaßen zu mindestens 90 % recyceln lassen, können mit dem Label „recyclingfähig“ des Grünen Punkts gekennzeichnet werden.
  • Biobasierte Produkte
    DIN CERTO vergibt ein Prüfzeichen für biobasierte Produkte. Der Anteil des biobasierten Kohlenstoffs in Kunststoffen wird nach DIN SPEC 91236 (CEN/TS 16137) ermittelt. Das biobasiert-Prüfzeichen für Produkte gibt es in drei Abstufungen, je nach Bio-Anteil von 20-50 %, 50-85 % und > 85 %.
  • Biologische Abbaubarkeit
    Für industriell kompostierbare Verpackungen vergibt DIN CERTO das Siegel mit dem Keimling. Der Grad der Bioabbaubarkeit und Kompostierbarkeit von Verpackungen wird nach der EU-Norm EN 13432 geprüft.

Gibt es Risiken bei neuen umweltfreundlichen Verpackungen?

Bevor man sich für eine bestimmte Verpackung entscheidet, sollte man die Produkteigenschaften und mögliche Einschränkungen in der Verwendung kennen. Darüber hinaus sollte man genau wissen, wie bestimmte, mit Nachhaltigkeit assoziierte Begriffe, z. B. „kompostierbar“, in den EU- und DIN-Regelwerken definiert sind. Hierzu zwei Beispiele:

  • Bambusbecher, die unter Beimischung von Melamin und Formaldehyd hergestellt werden, dürfen nicht für säurehaltige oder heiße Getränke verwendet werden, da ansonsten kritische Mengen an Melamin und Formaldehyd in das Getränk übergehen können.
  • PLA-Kunststoffe aus Zuckerrohr und Mais gelten zwar als biologisch abbaubar bzw. kompostierbar, doch in der Praxis dauert ihr Abbau länger als beim gewöhnlichen Biomüll und ihre Recyclingfähigkeit hängt von ihrer chemischen Struktur ab. Letztlich werden Verpackungen aus PLA daher überwiegend thermisch verwertet und das macht sie weniger umweltfreundlich als recyclingfähige oder tatsächlich kompostierte Verpackungslösungen.

FAQ

  • Welche Verpackungen sind umweltfreundlich dank eines niedrigen CO2-Fußabdrucks?
    Verpackungen, die nur kurze Transportwege erfordern, nicht viel Energie bei der Herstellung benötigen und recycelt werden können, haben generell einen niedrigeren CO2-Fußabdruck. Möchte man den ökologischen Fußabdruck verschiedener Verpackungsmaterialien miteinander vergleichen, darf man nicht nur die CO2-Emissionen pro Kilogramm betrachten. Entscheidend ist auch, wieviel Material man für die Verpackung benötigt: Wie viel Gramm Papier benötige ich, um ein Produkt einzupacken und wieviel Gramm Folie wären im Vergleich dazu erforderlich? Am Ende könnte die Ökobilanz der Kunststoff-Verpackung besser ausfallen, insbesondere, wenn sich der Kunststoff, genauso wie Papier, Pappe und Karton, voll recyceln lässt.
  • Was ist der Unterschied zwischen „biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“?
    Biologisch abbaubare Produkte werden mit der Zeit durch Mikroorganismen in Wasser, CO2 und Biomasse zersetzt. Im Gegensatz zu diesem natürlichen Vorgang haben zertifiziert kompostierbare Produkte bestimmte gesetzliche Vorgaben zu erfüllen: Gemäß EU-Norm EN 13432 müssen sie in einer industriellen Kompostieranlage innerhalb von 6 Monaten zu mindestens 90 % durch Mikroorganismen in CO2 umgewandelt werden.
  • Was bedeutet der Begriff „Upcycling“?
    Beim Upcycling werden aus vermeintlichem Abfall neue Produkte hergestellt. Vorhandene Materialien werden aufgewertet und erhalten neue Funktionen. So werden bspw. aus alten Plastikflaschen Outdoorjacken produziert, aus ausrangierten Feuerwehrschläuchen moderne Taschen und aus Holzpaletten trendige Gartenmöbel.